Alle Notizen

Aus dem Studio

Warum Ihre Website langsam ist und wie Sie es in zwei Minuten prüfen

Foldworth

Die meisten Unternehmer sehen ihre eigene Website nie so, wie ihre Besucher sie sehen. Sie öffnen sie im Büro-WLAN, auf einem schnellen Laptop, und die Hälfte liegt schon im Browser-Cache. Es fühlt sich gut an.

Ihr Besucher öffnet sie zum ersten Mal auf dem Smartphone, über mobile Daten. Das ist ein ganz anderes Erlebnis, und genau dieses zählt.

Die gute Nachricht: Sie brauchen keinen Entwickler, um herauszufinden, wie schnell Ihre Website wirklich ist. Sie brauchen zwei Minuten und ein kostenloses Tool.

So prüfen Sie Ihre Website in zwei Minuten

  1. Öffnen Sie PageSpeed Insights, das kostenlose Testtool von Google.
  2. Fügen Sie die Adresse Ihrer Website ein und klicken Sie auf Analysieren.
  3. Sehen Sie sich zuerst den Tab Mobilgeräte an. Die meisten Ihrer Besucher kommen wahrscheinlich über das Smartphone, und dort schadet eine langsame Website am meisten.

Sie sehen eine Bewertung von 0 bis 100 und, wenn Ihre Website genug Besucher hat, einen Bereich mit echten Daten von Chrome-Nutzern. Dieser Bereich mit echten Daten ist wichtiger als die Bewertung.

Was die Zahlen wirklich bedeuten

Der Bericht steckt voller Fachbegriffe. Drei davon lohnt es sich zu verstehen, weil Google sie nutzt, um das Nutzererlebnis auf Ihren Seiten zu bewerten. Sie heißen Core Web Vitals:

  • Largest Contentful Paint (LCP): wie lange es dauert, bis der Hauptinhalt erscheint. Google bewertet 2,5 Sekunden oder weniger als gut.
  • Interaction to Next Paint (INP): wie schnell die Seite reagiert, wenn jemand tippt oder klickt. 200 Millisekunden oder weniger sind gut.
  • Cumulative Layout Shift (CLS): wie stark die Seite beim Laden springt, etwa wenn ein Button genau dann verrutscht, wenn Sie ihn drücken wollen. 0,1 oder weniger ist gut.

Grün ist gut, Orange braucht Arbeit, Rot ist ein Problem. Keine Panik bei 78 statt 95 Punkten. Aufmerksam sollten Sie aber werden, wenn Ihr Hauptinhalt auf dem Smartphone fünf Sekunden oder länger braucht.

Die üblichen Verdächtigen

Wenn wir uns langsame Websites ansehen, finden wir meist dieselben wenigen Ursachen:

Riesige Bilder. Ein Foto direkt aus der Kamera oder vom Smartphone kann mehrere Megabyte groß sein. Auf einer Website sollte es meist nur einen Bruchteil davon wiegen, in einem modernen Format wie WebP oder AVIF und passend zur Bildschirmgröße.

Zu viele Plugins und Skripte. Jedes Chat-Widget, jeder Slider, jedes Tracking-Pixel und jedes „nette“ Plugin bringt Code mit, den der Browser laden und ausführen muss. Viele Websites schleppen Skripte für Tools mit, die längst niemand mehr nutzt.

Schwere Themes und Page Builder. Visuelle Builder machen das Bearbeiten einfach, laden aber teils viel Code auf jeder Seite, ob die Seite ihn braucht oder nicht.

Webfonts von fremden Servern. Mehrere Schriftfamilien und -schnitte von einem externen Server können verzögern, wann der Text erscheint. Auf einer unserer eigenen Websites hat das Selbst-Hosten der Schriften den Großteil des Seitengewichts entfernt. Wir erwähnen das in unserer Notiz darüber, wie wir eine Content-Plattform ohne Traffic-Verlust von WordPress umgezogen haben.

Billiges oder veraltetes Hosting. Wenn der Server selbst langsam antwortet, kann keine andere Optimierung das ganz ausgleichen.

Kein Caching. Ohne Caching baut der Server dieselbe Seite für jeden Besucher von Grund auf neu.

Was Sie selbst beheben können und was nicht

Manches schaffen die meisten Website-Betreiber selbst:

  • Bilder vor dem Hochladen komprimieren und verkleinern.
  • Plugins und Widgets entfernen, die Sie nicht mehr nutzen.
  • Die Caching-Option Ihres Hostings oder Ihrer Plattform aktivieren.

Anderes braucht einen Entwickler: ein schweres Theme überarbeiten, Skripte nur dort laden, wo sie gebraucht werden, zu besserem Hosting wechseln oder auf einer schnelleren Basis neu bauen. Manchmal reichen ein paar gezielte Eingriffe. Manchmal steht die Website auf einem Fundament, das immer gegen Sie arbeitet, und ein Neubau kostet auf Dauer weniger als ständiges Flicken. Wenn Sie diese Option abwägen, lesen Sie, wofür Sie heute bei einer Website eigentlich bezahlen.

Was Geschwindigkeit bewirkt und was nicht

Eine schnelle Website ist ein besseres Erlebnis für jeden Besucher und nimmt Menschen einen Grund, zu gehen, bevor sie Ihr Angebot überhaupt gesehen haben. Google berücksichtigt das Nutzererlebnis außerdem als eines von vielen Signalen.

Wir wollen aber ehrlich sein: Geschwindigkeit allein bringt Ihnen keine Kunden. Eine schnelle Website ohne Besucher bleibt eine Website ohne Besucher. Geschwindigkeit ist Teil eines soliden technischen Fundaments, zusammen mit einer Website, die auf dem Smartphone richtig funktioniert, für Suchmaschinen korrekt eingerichtet ist und das tut, was Ihr Unternehmen braucht. Die Besucher bringt das Marketing.

Eine kurze Checkliste

  • Testen Sie Ihre Startseite und Ihre wichtigste Seite in PageSpeed Insights, Tab Mobilgeräte.
  • Prüfen Sie, ob Ihr Hauptinhalt innerhalb von 2,5 Sekunden erscheint.
  • Sehen Sie sich die größten Bilder Ihrer Website an und wie viel sie wiegen.
  • Listen Sie die Plugins, Widgets und Skripte auf, die Sie wirklich nutzen.
  • Fragen Sie Ihren Hosting-Anbieter, ob Caching aktiviert ist.
  • Testen Sie nach jeder Änderung erneut, damit Sie wissen, was wirklich geholfen hat.

Sie möchten eine zweite Meinung?

Wenn Sie den Test gemacht haben und nicht sicher sind, was die Ergebnisse bedeuten, schicken Sie uns Ihre Website über das Kontaktformular. Wir prüfen kostenlos Geschwindigkeit, Mobilansicht und technische Einrichtung und sagen Ihnen klar, was wir gefunden haben und was sich zu beheben lohnt. Ohne Verkaufsgespräch.